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Zum
Thema Offroad.
Ich stelle mal kurz die Frage. Was ist Offroad?
Dem Wort nach zu beurteilen: Abseits der Strasse. Dass mit diesem Wort
viel Unverschämtheit und Manktum an Respekt verbunden ist, überlegt
kaum jemand. Offroad waren die Siedler in Amerika und haben ganze Völkerstämme
ausgerottet. Offroad sind heutzutage u.a. diejenigen welche am
Paris-Dakar oder Berlin-Breslau teilnehmen. Ich sehe manche
unkontrolliert aufbrausen. Letztere wage ich eine Materialschlacht
sondergleichen, dazu noch eine Naturverschandelung ersten Grades zu
nennen. Wir schreiben das Jahr 2002, wir brauchen nichts mehr zu erobern
ausser uns selbst. Naturerhalt ist mehr denn je ein wichtiges Thema, ein
jeder hat Verantwortlichkeit dafür zu tragen. Das geflügelte Wort der
Anfangs-Grünen ist überlebenswichtig: "Wir haben die Natur nicht
nur von unseren Eltern geerbt, wir verwalten sie für unsere
Kinder." Die Jahrhundertflut hat die ganze Problematik flagrant
wieder aufgeworfen. Die Flut hat allerdings etwas anderes Wesentliche
gezeigt: wir haben noch nicht ganz den Respekt und die Demut verloren.
Offroad heute verstehe ich als Abseits der asphaltierten Strasse. Es
gibt sie überall die kleinen Wege. Kaum einer kennt sie noch. Manche
sind zugewachsen, manche verfallen. Früher haben Menschen daran
gearbeitet, haben sich geschindet um Verbindungswege zu erschaffen. Wir
sollten Respekt zeigen vor diesen Leistungen. Diese Wege verdienen es
aus dem Vergessen wiederbelebt zu werden. Sicherlich, in vielen Ländern
sind diese Wege geschlossen, in manche weniger, in manche komplett,
Gesetze werden erstellt, die meisten von Bürokraten welche beim Anblick
der TV Übertragungen u.a. obengenannter Veranstaltungen
verallgemeinern. Offroad ist ein heikles Thema geworden, man muss sich
dessen bewusst sein.
Man muss sich dessen besonders bewusst sein wenn man unterwegs ist. Wie
trete ich auf? Sage ich: ich habe ein 4x4 = mir gehört das Off-Road!
Sage ich: ich habe ein 4x4 = da ist kein Weg mehr, was soll's ich
presche durch Wald und Flur!
Oder zeige ich Respekt und Demut? Respekt vor dem was mir nicht gehört,
sprich die Wiesen und Wälder welche von den Wegen gequert werden. Demut
vor der Situation welche ich nicht vorausahnen konnte. Umdrehen und Zurückfahren
ist für viele eine sehr schwere Entscheidung. Obwohl das Befahren
desselben Weges aus einem anderen Blickwinkel sehr interessant sein
kann.
Man wird mir sicherlich vorwerfen Moral zu betreiben. Was soll's. Ich
spreche allerdings aus Erfahrung. Ich war 1986 auf dem Chaberton. Ich
gebe es zu, damals hatte ich keine Demut und keine blasse Ahnung. Ich
habe ganz bestimmt viele Leute welche per Pedes unterwegs waren in Not
gebracht. Sie haben dasselbe mit mir gemacht. Ich hatte auch keinen
Respekt vor mir selbst. Ich wollte unbedingt meinen inneren Schweinehund
überrennen. In den folgenden Jahren habe ich viele alte Pisten, auch
militärische, in den französischen Alpen befahren. Ich habe viele
Bekanntschaften gemacht. Nicht zuletzt weil ich mich nicht mehr als
Eroberer aufgeführt habe sondern als einer der unterwegs ist. Ein Jeder
kann mit anderen Mitteln unterwegs sein, so lange er Respekt vor dem
anderen hat. Das Stehenbleiben will gelernt werden, glauben Sie mir. Ein
Schluck Wasser kann für einen Wanderer ein grosses Geschenk sein. Ein
Hirte mit seinen Schafen in den Bergen unterwegs wird sich freuen wenn
ich nicht durch die Herde will. Wenn ich noch dazu den Motor abstelle,
wird er seinerseits alles tun um den Weg freizugeben. Sicher in seinen
Tempo, aber was soll's. Zeit ist auch eine Tugend welche man mit
naturverbundenem Offroad wiedererlernt.
Ich lese von Steigfähigkeit, von Untersetzung, u.v.a. und schmunzele im
Stillen. Ich weiss die Bedeutung solcher Wörter. Ich habe dadurch viele
andere Wörter gelernt: Demut vor der Situation, Respekt des Andern,
Respekt vor allem meiner selbst, "Bitte" , "Danke" ,
"Entschuldigung, darf ich hierdurch?" . Letztes ist sehr
schwer, aber viele Schranken der Privatgrundbesitzer öffnen sich damit.
Ich wünsche mir insgeheim Schulungsangebote: Schulung der 4x4 Technik,
Schulung aber auch der persönlichen Einstellung.
Ich wünsche mir engagierte und passionierte Off-Roadler bei meinen
Reisen zu begegnen.
Ich wünsche Ihnen viel Spass an Ihrem 4x4.

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