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Ist
der Sorento das richtige Auto für mich? Und wenn ja - welchen soll ich
nehmen??
Zunächst muss man sich mal darüber klar sein: Ein Sorento ist ein Geländewagen!
Mit seiner hinteren Starrachse, die im Gelände für eine konstante
Bodenfreiheit sorgt, und der Untersetzung ist er für raues Geläuf gut
gerüstet. Mit dem starren, manuell zuschaltbaren Allradantrieb allemal.
Das bedeutet aber auch klipp und klar: Man muss Zugeständnisse auf der
Straße machen! Ein Sorento wird sicher nicht nicht um die Ecken
wieseln, wie ein Audi Allroad oder ein BMW X5 mit Einzelradaufhängung.
Auf unebener Fahrbahn und in Kurven wird die solide Starrachse ihr
Eigenleben trotz Porsche-Feintuning nicht verheimlichen können.
Als komfortabler Reisewagen für flotte Fahrt um die Kurven dieser Welt
ist er damit vielleicht nicht die ideale Besetzung. Hier wäre man
sicher mit einem etwas weniger hartgesottenen Zeitgenossen, wie Nissan
X-Trail, Mazda Tribute, Ford Maverick, Hyundai Santa Fe, oder – eine
Nummer kleiner – dem Toyota RAV4 besser bestellt.
Wenn man Jäger, Förster, Hoch-/Tiefbau-Ingenieur, Land- oder Almwirt,
Gelände-Freak der gemäßigten Sorte, oder Pferdezüchter ist, drängt
sich der Sorento geradezu auf, zumal er auch vor der Oper auf dem
Hotelparkplatz eine ebenso gute Figur macht, wie ein wesentlich teurerer
Mercedes ML.
Für einen Verwaltungs- oder Versicherungsangestellten ohne obige
Ambitionen gibt es wahrscheinlich wenig triftige Gründe, sich für
solch einen Wagen zu entscheiden, es sei denn, man ist in ihn verliebt,
wie viele von Euch, und schert sich einen Teufel um die Vernunft!
("Ein Sorento kommt her - und wenn der Kühlschrank raus muss
...!") 
Nun hat die Qual der Wahl noch kein Ende:
Zwischen einem handgeschalteten Diesel-Sorento mit Zuschaltallrad und
einem Dreieinhalbliter-V6 Automatik mit permanentem Allradantrieb,
elektr. gesteuertem Lamellendifferential und Antischlupfregelung liegen
immer noch Welten und ein paar Kompromisse.
Wer mit den Allradvorteilen bei schlechtem Wetter und wechselnden
Bedingungen auf der Strasse auftrumpfen will, kommt um die „Torque on
Demand“-Variante kaum herum. Die kostet bekanntlich ein paar Euro
mehr. Dafür hat diese überaus komfortable und bedienungsfreundliche
Antriebsvariante in schwerem Gelände schon mal das Nachsehen gegen über
dem eigentlich primitiveren Zuschaltsystem. Dieses droht aber mit verschleißintensiven
Verspannungen, wenn man es auf griffigem Grund einsetzt. Bei rasch
wechselnden Fahrbahnbedingungen müsste man den Fourwheeldrive ständig
aus und einschalten, was praxisfremd ist. Man ist i. d. R. also mit
Hinterradantrieb unterwegs, und die Gripvorteile gegenüber Hinz &
Kunz auf Golf & Co. sind beim Teufel!
Kommen wir zur treibenden Kraft, dem Motor. Moderne Diesel sind leise,
sparsam und drehmomentstark. Leider sind die Papierwerte aber nicht so
ganz ernst zu nehmen, weil die Messmethoden die Differenzen zum Benziner
größer erscheinen lassen, als sie wirklich sind. Zudem haben
Turbodiesel meist eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Anfahrschwäche
und einen relativ schmalen Drehzahlbereich in dem wirklich Power kommt;
dann freilich eine ganze Menge.
Durch die kleineren Hubräume, die hochkomplizierte Einspritztechnik und
die hohen Arbeitsdrücke haben die Diesel meist eine kürzere
Lebenserwartung, als ähnlich starke Benziner. Früher war es umgekehrt.
Ein Benziner kommt sofort zur Sache und steigert die Leistung mäßig
und kontinuierlich. Der große Bumms bleibt aus, was Unbedarfte im
direkten Vergleich oft als Schwäche missinterpretieren (der seidig
kultivierte Lauf eines großen V6 hievt das Fahrvergnügen gegenüber
einem Vierzylinder nochmals in höhere Sphären). Im Gelände ist das
Diesel-Turboloch gerade im Kriechbetrieb ein klarer Nachteil. Nur große
Saugdiesel können hier richtig auftrumpfen.
Um die Kraft auf die Achsen zu wuchten, brauchen wir ein Getriebe. Wenn
es handgeschaltet wird, unterbricht die Kupplung den Kraftschluss
und man bleibt – wenn es dumm kommt – stecken, oder würgt die Fuhre
ab. Anderenfalls bedankt sich die schleifende Kupplung mit raschem
Verschleiß (und üblen Gerüchen).
Fein raus ist, wer Automatik fährt! Permanenter Kraftfluss ohne
Unterbrechung und der drehmomentverstärkende Wandler prädestinieren
sie fürs Gelände und für Schleichfahrt, und nicht zuletzt für den
Stau. Bis Tempo 70 bleibt dafür Energie im Wandler stecken und kostet
Spritgeld. Danach rückt die Wandlerüberbrückung ein und der
prinzipielle Verbrauchsnachteil ist wieder beseitigt.
Soweit zum Vergleich der Konzepte! Der Rest ist Geschmackssache! Natürlich
ist der Geldbeutel das übergeordnete Entscheidungskriterium. ;-)
Ich persönlich fühle mich mit einem V6 Automatik mit perm. Allrad,
Traktionskontrolle und Einzelradaufhängung ideal bestückt. Es ist aber
kein Sorento, sondern der komfortable Konzernbruder Hyundai Santa Fe. Für
Steigungen bis 60%, üble Pisten und zerfurchte Waldwege reicht er
allemal. Auf Regen, Schnee und Eis bin ich der King!

Viel Spaß beim Wählen und beim Auskosten des Ergebnisses!
(Sorry, dass es so lang geworden ist, aber ich bin eben eine alte
Quasseltante!)
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